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In jeder Ausgabe der Taekwondo Aktuell stellt Ihnen Uwe Wischhöfer ein Hexagramm aus dem I-Ging vor. Diesmal:
Im I-Ging zeigt sich die Stockung im Bild #12 PI. Der Himmel befindet sich oben und die Erde liegt unten. Die Schwerkraft der Erde zieht das Materielle weiter herunter, während gleichzeitig der immaterielle Himmel nach oben hin entfleuchte. Beide werden sich in diesem Auseinanderstreben nie wieder berühren. Kommen beide nicht mehr zusammen, kann nichts Fruchtbares mehr entstehen. Zum besseren Verständnis kann es hilfreich sein, das vorangegangene Bild #11 Tai „Der Friede“ zu betrachten, welches Himmel und Erde in umgekehrter Position zeigt. Darin begegnen sich der unten liegende, aber aufstrebende Himmel und die oben befindliche aber nach unten absinkende Erde auf harmonische Weise. Sie durchwirken und stärken sich gegenseitig. Bei PI ist der gemeinsame Tanz von Jin und Yang jedoch zum Stillstand gekommen, nur die Bewegung des einstigen Schwunges wirkt noch nach. In unserer Gesellschaft sind wir mit dieser Situation dann stark emotional konfrontiert, wenn wir ein Mitglied unserer Gemeinschaft betrauern müssen oder gar selbst vor dem Zeitpunkt unseres Sterbens stehen. Sollte man nun bei einer Befragung des alten Weisheitsbuches das Zeichen der Stockung erhalten, muss man jedoch nicht gleich mit dem Schlimmsten rechnen. Denn das Enden des einen Zustands ist oftmals die Voraussetzung für das Erhalten eines anderen, vielleicht sogar besseren Zustandes. Mehrmals in meinem Leben musste ich schwere Schicksalsschläge hinnehmen und oft erkannte ich erst später, dass ich ohne diese schmerzlichen Erfahrungen meinen heutigen Lebensweg nicht hätte gehen können. Beim Verlust von nahestehenden Personen ist das natürlich auch kein Trost, dennoch kann das Verständnis für die Stockung helfen, mit solchen Erfahrungen besser umzugehen.
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