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Im Gespräch:
Imke Turner
Imke Turner ist die deutsche Rekord-Taekwondosportlerin: In sechs Jahren konnte sie neun Weltmeisterschaftsmedaillen im Formenlauf erringen, darunter drei goldene. Mit dem Weltmeistertitel im Synchronlauf und der Silbermedaille im Einzel war die Weltmeisterschaft im vergangenen Monat in Wladiwostok ihre bisher erfolgreichste. Wir sprachen mit Imke Turner über ihre Erfolge im Formenlauf und die WM 2011.
TA: Gleich bei der ersten Poomsae-WM 2006 konnten sie Silber gewinnen, damals mit Kirsten Teren und Petra Hartinger, bei der zweiten dann Bronze im Einzel und Gold im Synchron. Was ist das für ein Gefühl, als Medaillengarantin zu gelten – eher Ansporn oder eher Erfolgsdruck?
Imke Turner: Eigentlich keines von beiden. Den Druck habe ich am ehesten nach der WM 2007 gespürt, nach Gold und Bronze, und prompt war dann die WM 2008 die ohne Medaille. Druck ist so ziemlich die schlechteste Voraussetzung, die man sich schaffen kann. Und Ansporn ist doch im Grunde eine positive Umschreibung von Druck. Ich gehe inzwischen mit einem gesunden Selbstvertrauen in diese Turniere und weiß genau, dass die Karten in jedem Jahr neu gemischt werden. Und mein Ziel ist es, mitzumischen.
TA: Wie würden Sie Ihr Erfolgsrezept beschreiben?
Imke Turner: Wichtig ist natürlich erst einmal eine gründliche Vorbereitung. Da ich leider an meinem Wohnort nicht ständig mit meinem Trainer zusammen arbeiten kann, sieht die vielleicht von außen betrachtet etwas unstrukturiert aus. Und daher bin ich sehr dankbar, dass ich neben den Wochenendeinheiten mit meinem Trainer Roland Klein in Bremen oder Frankfurt, gelegentlich bei Klaus Sommer in Rheinland-Pfalz und Soo-Nam Park in Stuttgart trainieren durfte. Sehr wichtige Impulse waren für mich auch die Seminare mit Ik-Pil Kang.
Und einen nicht zu unterschätzenden Anteil an meinen Erfolgen hat auch Thomas Sommer, der seit einigen Jahren mein Coach auf den wichtigen Turnieren ist. Gemeinsam schaffen wir es, in der Startvorbereitung den Fokus ganz auf die Präsentation der Technik zu legen, so dass Aufregung oder störende Gedanken einfach gar keinen Platz haben.
TA: Sie starten von der ersten Poomsae-WM an im Einzel und im Synchron – wie kam es dazu?
Imke Turner: Wir hatten im Jahr davor schon im Fünfer-Team Erfahrungen gesammelt, und als die Ausschreibung zum Dreier-Synchron kam, war sofort klar, dass wir daran anknüpfen. Und im Einzel hatte ich das Glück, mich 2006 bei der Deutschen Meisterschaft durchsetzen zu können und mich damit für eine Nominierung zu empfehlen.
TA: Was ist für Sie persönlich das Schöne gerade am Synchronlauf?
Imke Turner: Synchron macht unglaublich Spaß, wenn man gerne miteinander trainiert und wenn man dann gemeinsam einem Erfolg entgegenfiebert. In diesem Jahr sind wir ja als zweite gestartet und saßen dann händchenhaltend auf der Tribüne, bis endlich unsere Goldmedaille feststand und wir feiern konnten. Emotionen sind einfach soviel stärker, wenn man sie teilen kann.
Schwierig ist natürlich, das Training zu organisieren, wenn man wie wir aus ganz Deutschland kommt, Kirsten Teren aus Kiel, Elvira Fuhrmann aus Augsburg und ich in der Mitte aus Frankfurt. Aber zum Glück finden wir immer schnell zueinander, so dass wir mit relativ wenig Training im Team auskommen.
Mir würde echt etwas fehlen, wenn ich nur im Einzel starten würde, gerade weil ich übers Jahr soviel alleine trainiere.
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