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Die Klippschliefer

Knuddelig und voller Überraschungen

In deutschen Tierparks gelten die Klippschliefer als Sympathieträger: Sie sind knuddelig und wenn sie nicht gerade träge in der Sonne dösen auch sehr possierlich. Kaum ein Zoobesucher käme bei ihrem Anblick auf den Gedanken, dass er enge Verwandte des Elefanten vor sich hat. Diese erstaunliche Tatsache brachte eine DNA-Analyse zu Tage. Zuvor gingen auch Wissenschaftler davon aus, dass es sich bei den Klippschliefern um Nagetiere handelt. Wenn da nicht einige anatomische Besonderheiten gewesen wären: So ist bei den Klippschiefern nur je ein Zeh pro Hinterfuß zur Kralle ausgebildet – alle anderen Zehen aber zu kleinen, knotenförmigen Hufen. Auch die nachwachsenden Schneidezähne im Oberkiefer brachten die Forscher ins Grübeln. Und tatsächlich: Eine DNA-Untersuchung zeigte, dass Klippschliefer, Seekuh und Elefant einen gemeinsamen Vorfahren haben, der vor etwa 80 Millionen Jahren in Afrika lebte. Dass von der Familienähnlichkeit heute nicht mehr allzuviel übrig ist, liegt daran, dass sich Tiere und Menschen ihren Lebensräumen anpassen und deshalb auf ganz lange Sicht ihr Aussehen ändern. Und Klippschliefer sind sehr gut an ihre Umgebung angepasst: Da sie in Felsspalten leben, müssen sie klein sein – ein Elefant hätte in den felsigen Gebirgen Afrikas oder Westindiens, in denen sie zu Hause sind, keine Chance. Umgekehrt hilft den Elefanten ihre beeindruckende Größe um in der Savanne, die sie mit Raubtieren wie Löwen oder Hyänen teilen, zu überleben. Die kleinen Klippschliefer wären dort schon längst von den größeren Fleischfressern ausgerottet worden.

Praktische Schweißfüße

Die Natur hat die pummeligen Tiere mit einigen genialen Erfindungen ausgestattet. So haben sie ausgeprägte Schweißfüße. Aber was uns Menschen sehr unangenehm wäre, ist für sie äußerst nützlich. Denn ihre Sohlen werden von den Schweißdrüsen ständig ein bisschen feucht gehalten. Gleichzeitig können die die Innenseite ihre Sohlen einziehen. Es entsteht ein Vakuum, das dafür sorgt, dass sie steile Felswände auf und ab laufen können, als hätten sie Saugnäpfe an den Füßchen.
Die Iris ihrer Augen können die pelzigen Wesen so weit verengen, dass sie es schaffen stundenlang in die Sonne zu schauen, ohne Schaden zu nehmen. Das ist vor allem für die Tiere von Vorteil, die Wache schieben müssen, während die anderen Mitglieder der Kolonie mit Fressen oder Herumlungern beschäftigt sind. Meist ist es ein älteres Männchen, das den Boden und die Luft aufmerksam nach Feinden wie Leoparden, Schakalen und Greifvögeln „scannt“. Auf seinen Warnpfiff hin verschwindet die ganze Bande flugs in Höhlen und Felsspalten.

 
 






Fotos: Wilhelma, Zoologisch-Botanischer Garten Stuttgart

Wollt Ihr die Klippschliefer besuchen? In den Zoos dieser Städte könnt Ihr sie antreffen: Berlin-Tierpark, Duisburg, Frankfurt, Hamburg, Osnabrück, Stuttgart.