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Obwohl er schon vor 560 Jahren gestorben ist, begegnen ihm Korea-Besucher praktisch täglich: König Sejong dem Großen. Er ist nämlich der Herr vom 10 000 Won-Schein, der gängigsten koreanischen Banknote (entspricht etwa 6 Euro). Warum wurde ihm diese Ehre zuteil und warum ist er einer von nur zwei koreanischen Herrschern, die den Beinahmen „der Große“ tragen?
Vieles an König Sejong ist bemerkenswert, auch die Art und Weise, wie er auf den Thron kam: Er wurde am 7. Mai 1397 geboren, als dritter Sohn von König Taejong. Dieser wollte sein Amt bereits zu Lebzeiten an einen Nachfolger übergeben und normalerweise wäre sein ältester Sohn Yangnyeong der erste Anwärter dafür gewesen. Doch Yangnyeong soll erkannt haben, dass ihm die Fähigkeiten eines Herrschers fehlten, sein jüngerer Bruder Sejong diese aber in hohem Maße besaß. Deshalb verhielt er sich absichtlich falsch bei Hofe und wurde aus Seoul verbannt – der Weg für Sejong war damit frei, da auch der zweite Sohn König Taejongs nicht gewillt war, die Nachfolge seines Vaters anzutreten. Yangnyeong wurde ein unsteter Reisender und lebte in den Koreanischen Bergen, der mittlere Bruder trat als Mönch in einen buddhistischen Tempel ein. Diese Geschichte ist ungewöhnlich in einer Zeit, als blutige Erbfolgestreitigkeiten in adeligen Familien an der Tagesordnung waren. So schreckte König Taejong selbst nicht davor zurück, vier seiner Schwäger sowie Sejongs Schwiegervater und dessen Bruder zu ermorden, um mögliche Konkurrenten um die Macht auszuschalten.
Sejong bestieg den Thron 1418 als 22-jähriger. Bis zu dessen Tod im Jahr 1422 blieb sein Vater Taejong sehr einflussreich in der Regierung. Er soll die Position des Königs an seinen Sohn übergeben haben mit dem ausdrücklichen Wunsch, dieser solle Frieden stiften – wohl wissend, dass seine eigene Herrschaft auf brutaler Gewalt beruht hatte. Mit Sejong hingegen kam eine neue Art des Herrschers auf den Thron, die über Jahrhunderte hinweg vorbildlich bleiben sollte. Sejongs Grundüberzeugung war, dass ein König die moralische Verpflichtung hatte, das Leben seines Volkes zu verbessern: Seinen Hunger zu stillen, seine Gesundheit zu fördern und seinen Bildungsstand zu erhöhen.
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