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Quo vadis, Poomsae?

Regeländerungen und die Folgen

Wenn schon ändern, dann grundlegend scheint das Motto, unter dem die Neuerung des WTF Poomsae-Regelwerks auf den Weg gebracht wurde.

Bis zu diesem Jahr galt das Regelwerk, das 2006 für die erste Poomsae-Weltmeisterschaft in Kraft gesetzt worden war, praktisch unverändert. Zwar wurden von Jahr zu Jahr kleinere Anpassungen vorgenommen, diese wurden aber lediglich in den Ausschreibungen für die jeweils aktuelle WM veröffentlicht. Dass es zu Regeländerungen kommen würde, wurde in der Szene schon seit einiger Zeit vermutet. Nun ist es amtlich: Anfang 2012 tritt ein neues Regelwerk in Kraft. Grundsätzlich verändert wurden vor allem die Altersstruktur und das Bewertungssystem, außerdem wird es einen völlig neuen Wettbewerb geben, die Free-Style-Poomsae. Wir sprachen mit Bundestrainer Manuel Kolb über die Auswirkungen dieser Neuerungen.

TA: Herr Kolb, welche Aspekte des geänderten Poomsae-Regelwerks werden sich besonders stark auswirken?
Manuel Kolb: Ganz neu im Regelwerk ist die Free Style Poomsae, in der es vier Kategorien geben wird, Damen, Herren, Paar und Team, jeweils ohne Alterseinschränkung. Die Bewertung ist gegenläufig zu den klassischen Poomsae: Bei den Free Style Poomsae werden Bewertungspunkte aufaddiert, bei den klassischen Poomsae wird von einer Höchstpunktzahl abgezogen. Auf der praktischen Ebene bedeutet das, dass wir möglichst bald unsere Turnier-Software anpassen müssen.

TA: Wie werden Sie die Free-Style Poomsae auf sportlicher Ebene angehen – wird es den Wettbewerb zum Beispiel bereits bei den German Open Poomsae geben?
Manuel Kolb: Ob wir diesen neuen Bereich schon bei den German Open im Februar umsetzen können ist fraglich. Die Bewertung ist bei diesem Wettbewerb doch sehr neuartig: So werden beispielsweise die Anzahl und Höhe der Sprungkicks, die Akrobatik der Bewegungen und die Kreativität und Harmonie der Formen bewertet. Das ist nicht nur für die Sportler eine Herausforderung, sondern insbesondere auch für die Kampfrichter. Ratsam scheint es, vor der Einführung dieses Wettbewerbs ein WTF-Referee-Seminar abzuwarten. Erst danach haben wir die nötigen Vorkenntnisse, um die Free Style Poomsae erfolgreich anzugehen, sowohl im Nationalteam als auch in der Turnierorganisation.