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Als bei der Euro 2010 in St. Petersburg zum ersten Mal in den Pool-Listen gesetzt wurde, lief nicht alles nach den Vorstellungen der Nationen. Vor allem bei den Spaniern gab es peinliche Pannen, da einige Welt- und Europameister überhaupt nicht gesetzt wurden. Offensichtlich wurden die Fehler beseitigt, denn bei der Jugendeuropameisterschaft, die dieses Jahr im Oktober in Zypern stattfindet, wird nach dem Ranking der TaekwondoData gesetzt.
Taekwondo aktuell sprach mit Peter Bolz, der zusammen mit Software-Entwickler Marius Mühlberger und Marketing-Manager Georg Streif die Datenbank TaekwondoData betreibt und deshalb auch maßgeblich für das korrekte Ranking verantwortlich ist.
TA: Bei ihrer letzten Sitzung vor der Kadetten-Euro in Georgien haben die ExCo-Mitglieder der ETU – also der erweiterte Vorstand – beschlossen, dass bei der nächsten Jugend-Euro und ab dem nächsten Jahr bei allen A-Class-Turnieren in den Pool-Listen nach dem Ranking der TaekwondoData gesetzt wird. Wie kam es dazu?
Peter Bolz: Das Setzen war eigentlich schon länger im Gespräch. Bei der letzten Senioren-Euro in St. Petersburg wurde auch schon gesetzt. Nachdem dort aber einiges schief ging, wurde das Thema auch wieder begraben.
TA: Was ging denn schief?
Peter Bolz: Bei dieser Euro wurden einige Spitzenkämpfer, darunter auch Weltmeister und Weltmeisterinnen, nicht gesetzt, da sie vom EDV-Programm nicht gefunden und deshalb mit null Punkten geführt wurden. Das hat die Heads of Team der betroffenen Nationen so mächtig aufgeregt, dass sie vor allem Gerrit Eissink, dem Generalsekretär der ETU, die Hölle heiß gemacht haben. Danach wollte Gerrit Eissink eine Zeit lang vom Setzen nichts mehr wissen.
TA: Da steht jemand in der Rangliste ganz oben und wird nicht gesetzt? Dass man sich deshalb ärgert, ist doch verständlich, oder?
Peter Bolz: Natürlich, wenn ich der Betroffene gewesen wäre, hätte mich das auch mächtig geärgert. Mir hat aber auch Gerrit Eissink leid getan, den für diesen Fehler überhaupt keine Schuld traf und der sich in St. Petersburg einiges anhören musste. So wie er sich danach angehört hat, bin ich eigentlich davon ausgegangen, dass die Sache mit dem Setzen für einige Zeit erledigt ist.
TA: Wie kam es zu dem fehlerhaften Ranking?
Peter Bolz: Eigentlich war es ein banaler Fehler, der sich aber am Ende sehr massiv ausgewirkt hat. Von TaekoPlan, die das Pool-Management in St. Petersburg geführt haben, wurde ein Programm geschrieben, das die Namen der angemeldeten Starter mit den Namen in der TaekwondoData verglichen hat. Wenn die Namen identisch geschrieben waren, hat das Programm automatisch die Rankingpunkt aus der TaekwondoData übernommen. Die Wettkämpfer mit den meisten Punkten wurden dann gesetzt.
TA: Klingt doch recht logisch. Wo war da der Fehler?
Peter Bolz: Wenn alle Sportler mit dem Namen angemeldet worden wären, mit dem sie auch in der TaekwondoData eingetragen sind, hätte alles wie am Schnürchen geklappt. Leider war das aber nicht der Fall.
TA: Wieso werden die Wettkämpfer mit unterschiedlichen Namen angemeldet?
Peter Bolz: Bei jeder Nation gibt es Besonderheiten bei der Schreibweise ihrer Namen. In den meisten Fällen gibt es dabei keine Probleme. Bei einigen Nationen, unter anderem leider auch bei den Spaniern, kann es aber zu Schwierigkeiten kommen. In aller Regel haben die Spanier nämlich immer zwei Familiennamen.
TA: Was ist daran so schlimm?
Peter Bolz: Der zweifache Weltmeister bis 58 kg heißt zum Beispiel richtig Joel Gonzalez Bonilla. Angemeldet wird er aber meistens nur mit dem Joel Gonzalez. In St. Petersburg hat ihn das Programm nicht finden können, da er in der TaekwondoData mit seinen zwei Familiennamen steht. Er wurde deshalb mit null Punkte geführt, obwohl er in seiner Klasse schon lange die Nummer eins ist. Das gleiche passierte übrigens unter anderem auch mit der dreifachen Weltmeisterin Brigida Yague Enrique, die in der Klasse bis 49 kg die Rangliste anführt.
TA: Wie kann man solche Fehler in Zukunft vermeiden?
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