english
Taekwondo Aktuell Startseite
 
 

Was macht eigentlich...?

Silke Kayadelen

„Ist das nicht…?“ – Doch: Ex-Nationalkämpferin Silke Kayadelen ist heute als Fitness- und Ernährungscoach im Fernsehen, als Buchautorin und als Expertin in zahlreichen Zeitschriften und Online-Interviews präsent. Wir sprachen mit der WM-Teilnehmerin von 1989 über ihre Karriere, ihre Erfahrungen und ihr Erfolgskonzept.

TA: Frau Kayadelen, in ihrem Studio in Essen-Werden, als TV-Coach und als Autorin entwickeln sie heute Trainingskonzepte für Menschen, die mit Spaß fit und schlank werden möchten. Spielt ihre Vergangenheit als Taekwondo-Sportlerin dabei noch eine Rolle?

Silke Kayadelen: Ich mache heute zwar kein Taekwondo mehr, aber Techniken daraus, wie Kicks oder Fauststöße, baue ich in fast alle Kurse ein. Früher war meine Einstellung zum Taekwondo kritisch, manchmal habe ich mich gefragt, warum ich so viel Zeit damit verbracht habe. Heute weiß ich es zu schätzen und sehe die positiven Seiten: Wenn man als Frau zum Kopf kicken kann und einmal deutsche Meisterin im Taekwondo war, dann ist das etwas Besonderes. Wenn ich zum Beispiel mit Kindern trainiere, dann werde ich durch meine Taekwondo-Erfahrung stärker respektiert als eine Trainerin, die nur auf Aerobic verweisen kann. Davon abgesehen habe ich gute Erinnerungen an das Training, die Lehrgänge zum Beispiel mit Josef Wagner oder Helmut Gärtner, an die Turniere und an gemeinsame Feiern – es war eine schöne Zeit.

TA: Sie sind heute Ernährungs- und Abnehm-Expertin. Als Taekwondo-Sportlerin hatten Sie schon früh Erfahrungen mit dem Gewicht machen und halten gesammelt: Gibt es da einen Zusammenhang?

Silke Kayadelen: Als Wettkämpferin entwickelte ich eine regelrechte Ess-Störung. Ich wog eigentlich 56 Kilo, sollte aber eine Gewichtsklasse tiefer gehen, um meine Chancen beim Wettkampf zu verbessern. Das ständige Gewicht machen mit all den kleinen Tricks, wie Joggen im Schwitzanzug , Saunagänge vor dem Turnier und so weiter führte dazu, dass mein Essverhalten völlig in Unordnung geriet. Als ich dann mit dem Leistungssport aufhörte, konnte ich mein Gewicht nicht mehr kontrollieren und wurde stark übergewichtig. Aus dieser Erfahrung heraus habe ich mich darauf spezialisiert, Menschen mit Gewichtsproblemen zu helfen.

TA: Was würden Sie Taekwondo-Trainern oder –Sportlern im Hinblick auf Gewicht und Ernährung empfehlen?

Silke Kayadelen: Wenn ein Sportler vor einem Turnier wochenlang hungert und kurz vorher in die Sauna geht, verpufft der tollste Trainingseffekt. Ohne gute Ernährung kann sich die Muskulatur nicht optimal entwickeln und der Köper nicht regenerieren. Jeder Trainer sollte sich deshalb auch mit dem Thema Ernährung befassen – denn vernünftig zu Essen ist ein wichtige Methode, um die Leistung eines Sportlers zu optimieren.

TA: Wie verlief Ihre Karriere von der Leistungssportlerin hin zur erfolgreichen Trainerin?