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Taekwondo unter der Dusche

von Wolfgang Schmitt

Sechzig mal sechzig oder achtzig mal achtzig Zentimeter Duschwanne - zwei Meter Höhe - nasser Boden - Wasser von oben - Seifenschaum und Shampoo … und in dieser Umgebung Taekwondo praktizieren?
Unvorstellbar! Eigentlich. Klar ist: Ein Fersendrehschlag dürfte da kaum möglich sein, auch Faustschlagübungen sollten äußerst schwierig werden, ein Murup Chagi - ein Kniestoß - vielleicht denkbar, zumindest. Die Taekwondo - Übungen, die ich meine, sind andere. Ich denke da eher an ein Taekwondo mit der Nagelbürste.

Aber der Reihe nach. Betrachtet man Taekwondo nicht nur als Wettkampfsport oder Kampfsport, so steht bei vielen Großmeistern der gesundheitliche Aspekt des Taekwondo im Vordergrund aller körperlichen und geistigen Bemühungen, die mit dem – am besten täglichen – Training verbunden sind. Durch das Strecken und Dehnen werden die Meridiane angesprochen und der Körper durch die Gymnastik und die (Kampf-) Übungen erwärmt, so dass Taekwondo als eine Regulationstherapie des Organismus verstanden werden kann. Nichts anderes aber ist die koreanische Handtherapie nach dem koreanischen Arzt Yoo, Tae-Woo – eine Regulationstherapie. Hier sind alle Körperteile auf die Hand projiziert. Das letzte Glied des Mittelfingers stellt den Kopf dar, Daumen und Kleinfinger die Beine, Ring- und Zeigefinger die Arme. Auf der Hand lassen sich ebenso alle Organe lokalisieren. Der Körper mit all seinen Muskeln, Organen, Sehnen und Knochen ist auf der Hand “abgebildet”. Ein gezieltes Stimulieren bestimmter Regionen der Hand hat somit eine direkte Auswirkung auf die entsprechenden Körperteile.