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Lü Dongbin

im Spiegel der Taeguk I-Jang

präsentiert von Uwe Wischhöfer TAEGUK.de

Die berühmten „Acht Unsterblichen“ stehen sinnbildlich jeweils für ein Urzeichen des I-Ging und damit auch gleichzeitig für eine unserer acht Taeguk Formen im Taekwondo. Leser meiner I-Ging Beiträge erinnern sich bestimmt an Lü Dongbins Geschichte: „Ein vergänglicher Traum von Hirse“ (Taekwondo Aktuell 7/2010). Erfahren Sie nun mehr über „den großen wahren Dao“ und natürlich wie das mit unserer Taeguk I-Jang (See-Form) im Zusammenhang steht!
Sobald die Basistechniken beherrscht werden, beginnen die meisten Taekwondoin mit dem Erlernen der Taeguk. Die erste, der acht Formen (Il-Jang) besteht ausschließlich aus durchgezogenen Yanglinien, welche die Schöpfungskraft der Gedanken auf drei verschiedenen Ebenen darstellen soll. Diese finden auf der oberen Kopflinie mit Block-, Kick- und Stoßtechniken ihren Höhepunkt und stehen somit für einen starken aufstrebenden Geist.

Taeguk I-Jang, die zweite Form, unterscheidet sich in der Linienstruktur ihres Urzeichens lediglich dadurch, dass auf der Kopf- oder Himmelsebene an Stelle einer hellen Yang- eine unterbrochene dunkle Jinlinie über den beiden durchgezogenen Yanglinien liegt und dort lediglich Blocktechniken ausgeführt werden. Zwischen den einzelnen Linien zeigt sich jeweils eine Schrittverdoppelung, welche auf Expansion hinweisen kann. Betrachten wir die in der Il-Jang erdachte „Idee eines Plans“, so dehnen sich diese Gedanken nun in der I-Jang wie mit einem konvex gewölbten Spiegel nach außen auf. Die Techniken erfolgen mit größeren Schritten jeweils eine Sequenz oder Linie früher als in der vorherigen Form. Laufen wir nun beide Taegukformen nach einander, so wie dies in den 64 Bildern des I-Gings durch Verdoppelung der Trigramme, in Form von Hexagrammen, grundsätzlich geschieht, werden fortgeschrittene Taekwondoin das Bild Kwei #43 erkennen, welches für das I-Ging Bild: „Entschlossenheit / Durchbruch“ steht. Die fünf starken, schöpferischen Yanglinien, ruhen unberührt von der Außenwelt, wie in einem Gefäß, unterhalb der Oberfläche des Sees und symbolisieren den ruhigen aber entschlossenen Geist des Formenläufers. Dieser blickt unbeeindruckt von der Umwelt seinem aufstrebenden Ziel entgegen. So wie sich der Mond nur in ruhigem Wasser klar erkennen lässt, benötigt der Formenläufer einen ruhigen Geist um seine Kunst über die spiegelnde Oberfläche des Sees kommunizieren zu können. Himmel und See symbolisieren, wie ein metallenes Schwert, Stärke und Glanz!