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Taekwondo und Selbstverteidigung

Taekwondo stammt, wie die meisten Kampfsportarten, aus der Idee der waffenlosen Selbstverteidigung. Trotzdem wird es immer weniger als ein Kampfsport mit einer effektiven Selbstverteidigung wahrgenommen. Woher kommt das? Und ist der Taekwondoin im Ernstfall auf der Straße wirklich wehrlos?

Wirft man ein Blick ins Internet, wird deutlich, dass Taekwondo sich tatsächlich kaum noch als ein effektives Selbstverteidigungssystem etablieren kann. Hierfür gibt es verschiedene Gründe: Mit zu den wesentlichsten zählt meines Erachtens zum einen die Konkurrenz durch verschiedene Selbstverteidigungssysteme, die in den letzten Jahren stark angewachsen ist, und zum anderen die Versportlichung des Taekwondo. Mit Versportlichung meine ich die besondere Aufmerksamkeit, die auf den Wettkampf gerichtet wird. Dies gilt sowohl für Sportler aus dem Bereich Technik wie auch Vollkontakt und erst recht für die, die beides betreiben. Um Erfolgschancen zu haben, ist hier eine intensive Vorbereitungszeit erforderlich, in der es kaum Spielraum für das Selbstverteidigungstraining gibt. Erschwerend kommt hinzu, dass Fachbücher viele Themen aus der Selbstverteidigung, wie zum Beispiel den Bodenkampf, ignorieren und so ein falsches Bild entsteht. Dadurch gerät die Selbstverteidigung im Taekwondo immer mehr in Vergessenheit. Sie ist eher eine Pflichtkür, die ab und an einmal durchgenommen wird. Ihre Effektivität im Ernstfall wird von den Übenden insgeheim oft bezweifelt und gerade das lässt den Gedanken an eine ohnehin bedrohliche Situation vielleicht noch bedrohlicher werden.

Diese Entwicklung ist sehr bedauerlich. Ich will hier nur zwei Gründe nennen, warum Selbstverteidigung nicht in den Hintergrund rücken sollte:
1. Taekwondo würde sich von den Wurzeln entfernen und wäre somit nicht mehr Taekwondo.
2. Kampfkunst oder -sport wurde im Allgemeinen stets in erster Linie als das Erlernen von Selbstverteidigung verstanden. Folglich war meistens, und das gilt noch heute, das wichtigste Motiv für einen Menschen in den Kampfsport einzusteigen, sich im Ernstfall verteidigen zu können.
Warum sollte der Verein oder die Schule dieser Tatsache nicht die angemessene Aufmerksamkeit schenken, und als Chance betrachten neue Schüler zu gewinnen?
Immerhin können nur wenige Sportarten ähnlich zahlreiche Trainingselemente wie Taekwondo bieten: Grundtechnik, Fitness, Formen, Wettkampf, Akrobatik und eben auch Selbstverteidigung.

 
 


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