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1987 durften erstmals auch die Frauen bei einer Weltmeisterschaft starten. Angelika Pastorelli war dabei und gewann Bronze – sie ist damit die erste deutsche WM-Medaillengewinnerin. 1990 wurde sie Europameisterin, 1993 holte sie sich ihren siebten deutschen Meistertitel, danach zog sie sich vom Leistungssport zurück. Wir sprachen mit ihr über ihre aktive Zeit und darüber, was sie heute macht.
TA: Frau Pastorelli, was ist die lebhafteste Erinnerung aus ihre aktiven Zeit?
Angelika Pastorelli: Sehr gut ist mir die Weltmeisterschaft 1989 in Seoul in Erinnerung. Wir haben damals in einem Hotel im 13. Stock gewohnt – für mich als Tettnangerin war das eine ganz neue Erfahrung. Dazu die riesigen Märkte, auf denen alles offen verkauft wird und die ungewohnte Küche, mit viele rohen Speisen – das ganze Team war damals froh, dass ich daran gedacht hatte einen Wasserkocher mitzubringen, mit dem wir uns die eine oder andere Suppe auf dem Zimmer kochen konnten. Sportlich ist mir die WM leider nicht so gut in Erinnerung geblieben, ich bin damals ohne Medaille ausgeschieden.
Neben dem Kämpfen hat es mir immer gefallen mit der Nationalmannschaft in Länder zu reisen, die ich damals sonst nicht besucht hätte. Ich kann mich noch an die Euro 1988 in Ankara erinnern, damals war ich zum ersten Mal in einer Moschee. Beeindruckend war aber auch der Finalkampf von Markus Woznicki gegen einen türkischen Gegner, weil die Halle unglaublich getobt hat.
Gern denke ich auch an die Freundschaften mit den Teamkolleginnen zurück, vor allem mit Bettina Hipf und Sonny Seidel.
TA: Was war der schwerste Kampf Ihrer Karriere?
Angelika Pastorelli: Eine echte Angstgegnerin war für mich immer Mandy de Jongh aus den Niederlanden. Sie war sehr erfahren und hat mich mehrmals besiegt. Die Wende kam erst, als ich den Verein wechselte und bei Giovanni Pastorelli – meinem späteren Ehemann – trainierte. Wir haben Mandy de Jongh genau studiert und ich konnte sie dann 1989 bei den World Games in Karlsruhe erstmals schlagen.
Eine anderer Kampf, den ich nie vergessen werde war bei der Europameisterschaft 1990 in Aarhus, bei der ich am Ende Gold gewonnen habe. In meinem zweiten Kampf traf ich die Gegnerin mit einem Pandae Dollyochagi an der Schläfe und diese ging K.O. Das war ein schlimmer Schock für mich. Kämpfen ist eine Sache – aber eine Gegnerin zu verletzen, das hat mir sehr zu schaffen gemacht. Zum Glück hatte die Verletzung keine Folgen.
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