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Heiße Phase

Welt-Olympiaqualifikation

Ganze 16 Taekwondo-Sportler werden in London in jeder der acht olympischen Gewichtsklassen an den Start gehen. Wer es in dieses handverlesene Grüppchen geschafft hat, kann sich berechtigte Hoffnungen auf eine Platzierung machen: Immerhin wird jeder vierte Starter bei den Taekwondo-Wettbewerben eine Olympia-Medaille mit nach Hause nehmen. Doch der Weg dorthin ist steinig: 332 Sportler gingen Anfang Juli beim Weltqualifikationsturnier in Baku an den Start – 24 davon sicherten sich einen olympischen Startplatz. Dass bei diesem Schnitt eine ganze Menge Favoriten auf der Strecke blieben, leuchtet ein.

Erbitterte Konkurrenz

Der Konkurrenzkampf ist besonders hart, da beim Olympischen Taekwondo jeweils zwei der „normalen“ Gewichtsklassen zusammengelegt werden, um auf die acht olympischen Klassen zu kommen. Es finden sich also die Favoriten aus zwei Kategorien in einer einzigen wieder. So kam es, dass in Baku zum Beispiel die amtierenden Weltmeisterinnen Ana Zaninovic (Kroatien, -53 kg) und Hou Youzhou (China, -57 kg) in einer Klasse kämpften. Da bei den Turnieren der WTF mittlerweile gesetzt wird ist die Gefahr, dass sich Favoriten gleich zu Beginn des Turniers gegenseitig ausschalten, gesunken. Kleiner Schönheitsfehler: Startet ein Sportler in der olympischen Gewichtsklasse unter seiner konventionellen Kategorie, wird er nicht gesetzt. So kam es dass beiden Herren -80 kg der fünffache Weltmeister und zweifache Olympiasieger Steven Lopez (USA) schon im ersten Kampf mit dem amtierenden Weltmeister Yousef Karami (Iran) zusammentraf. Letzterer konnte die Auseinandersetzung für sich entscheiden und sich anschließend qualifizieren. Ebenfalls nicht gesetzt wurden zum Beispiel die beiden koreanischen Vizeweltmeister Dae-Hoon Lee (Herren -58 kg) und Sae-Bo An (Damen +67 kg).

In London sollen erstmals bei olympischen Taekwondo-Wettbewerben elektronische Kampfwesten zum Einsatz kommen. Im vergangenen Mai gab die WTF bekannt, dass es sich um die elektronischen Westen von DaeDo handeln würde, die dementsprechend auch bei allen Qualifikationsturnieren zum Einsatz kommen sollten. In Baku angekommen erwartete die Teams dann allerdings eine Überraschung: Der Einsatz elektronischer Westen wurde unmittelbar vor Turnierbeginn wieder abgesagt und in aller Eile die Durchführung mit dem herkömmlichen „Drückersystem“ vorbereitet. Die Firma LaJust, die ebenfalls elektronische Westen vertreibt, hatte sich auf einen bestehenden Vertrag mit der WTF berufen und eine einstweilige Verfügung erwirkt. Den Taekwondo-Nationen stellt sich nur die Frage, welche Westen bei den kontinentalen Qualifikationsturnieren und den Spielen selbst zum Einsatz kommen sollen – eine Entscheidung steht derzeit noch aus.