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Koreanische Masken

Lustig, kultig, faszinierend

Zur Faschingszeit gibt es sie auch in Europa: Masken. Die Auswahl ist groß, von der billigen Plastikmaske mit dem Konterfei eines bekannten Politikers oder Schauspielers bis hin zur kunstvoll geschnitzten Holzmaske.

 

In letzteren lebt noch ein wenig von der Herkunft der Maske aus dem Kult. Die ersten Maskendarstellungen findet man auf uralten Höhlenzeichnungen. Diese Zeichnugne sind tausende von Jahren alt und zeigen Tiermenschen: Menschen die sich mit Tiermasken und Tierfellen verkleideten. Man vermutet, dass sie in dieser Verkleidung Rituale vollzogen, zum Beispiel um Jagdglück baten. Masken gibt es in allen Kulturen und überall auf der Welt. Besonders schöne und interessante Masken gibt es in Korea.

Sie sind so typisch für das Land, dass sie ein beliebtes Souvenir sind. Vielleicht hat Euch schon einmal ein Korea-Urlauber so eine Maske mitgebracht, oder Ihr habt selbst eine gekauft? Was wir uns heute mit großer Begeisterung an die Wand hängen, ist eigentlich Teil einer alten volkstümlichen Tradition, des Maskenspiels. Früher wurden diese Maskenspiele nachts bei Feuerschein aufgeführt – deshalb mussten die Masken so markante Züge tragen, ja manchmal geradezu grotesk aussehen. So waren sie im flackernden Licht leicht zu erkennen.

Neben der Form ist auch die Farbe der Masken von Bedeutung: Eine dunkle Hautfarbe steht für Alter. Eine junge Frau hat weiße Haut, ein junger Mann ist rotgesichtig. Maskenspiele waren das Theater des einfachen Volkes. Oft entlarvten sie im Spiel die Fehler der höheren Schichten. Aber auch menschliche Schwächen ganz allgemein waren ein beliebtes Thema. Anders als unsere modernen Theaterstücke waren die Maskenspiele sehr variabel. Die Schauspieler improvisierten, gestalteten Partien länger oder kürzer und fügten neuen Inhalt ein. So kam es, dass eine Aufführung drei oder vier Stunden oder sogar die ganze Nacht dauern konnte. Maskenspiele wurden meist zu Feiertagen aufgeführt, zum Beispiel am ersten Vollmond oder zu Buddhas Geburtstag. Sie fanden unter freiem Himmel statt. Früher durften nur Männer spielen, auch die Frauenrollen. Das war übrigens in Europa über viele Jahrhunderte hinweg auch der Fall. Viele Details – zum Beispiel die Aufführung nur zu hohen Festtagen – zeigen, dass die Maskenspiele in früheren Zeiten nicht so sehr als Kunst empfunden wurden, sondern als Kult oder Gottesdienst. Heute sind die Maskenspiele beliebte Folklore. Sie dauern nicht mehr die ganze Nacht, sondern nur ein oder zwei Stunden und sind sehr vergnüglich. Wie in alten Zeiten kann es passieren, dass das Publikum plötzlich in die Handlung mit einbezogen wird und sich der eine oder andere Zuschauer plötzlich auf der Bühne wiederfindet.

Magische Masken

In alten Zeiten waren Masken und Magie eng verbunden. Eine alte Legende handelt zum Beispiel vom Dorf Hahoe – bis heute eine Hochburg des Maskenspiels. Vor vielen hundert Jahren existierte dort eine Gruppe von Geistern, die keine Ruhe und keinen Frieden finden konnte. Eines Nachts erschienen sie einem jungen Mann aus dem Dorf im Traum und baten ihn, Masken aus Holz zu schnitzen. Aber: Niemand dürfe diese Masken sehen, sonst müsse er, der junge Mann, sterben. Der Ärmste zog sich daraufhin in die Berge zurück, um in der Einsamkeit die Masken zu fertigen. Doch nach 100 Tagen fand ihn seine Geliebte in dem Versteck und sah dort auch die Masken. Für den jungen Mann gab es nun keine Rettung mehr – die Vorhersage der Geister erfüllte sich und er starb.