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Dolmen in Korea

Reise in die Vorgeschichte

Stonehenge, Callanish, Carnac - prähistorische Monumente sind bedeutende touristische Anziehungspunkte. Auch Korea hat eine ganze Menge davon.

Was reizt den Besucher eigentlich an einer vorgeschichtlichen Steinsetzung? Wohl vor allem die Rätsel, die diese Steine aufgeben. Denn so sehr sich die Forschung auch bemüht: Eine Zeit, die keine Schrift kannte und aus der fast keine bildlichen Darstellungen überliefert sind, lässt sich ihre letzten Geheimnisse nicht entlocken. Stattdessen hat sie uns Monumente hinterlassen, die von Menschenhand errichtet wurden und die dennoch mit einer über Jahrtausende gewachsenen Naturgewalt vor uns stehen. Neben den Steinkreisen sind es vor allem die Dolmen, die die Fantasie anregen: Gebilde aus Tragsteinen und Steinplatten, die ursprünglich von Erde bedeckt waren. Wegen ihrer auffälligen Tisch-Form wurden sie von der Bevölkerung oft als Opfertische oder „Druidenaltäre“ interpretiert. Tatsächlich handelt es sich bei den Dolmen aber um Begräbnisstätten, wie Ausgrabungen zeigen.

 
Dolmen 1

Dolmen-Hochburg Korea

Die monumentalen und für unsere Vorfahren beschwerlich zu errichtenden Gebilde sind über immense Gebiete hinweg verbreitet: Dolmen finden sich in ganz Europa, Nordafrika und Asien. Etwa 60 000 gibt es weltweit und rund 30 000 davon befinden sich in Korea: Eine beträchtliche Zahl für das flächenmäßig kleine Land. Vielleicht wurden in Korea mehr Steinsetzungen errichtet als anderswo. Vielleicht überstanden aber diese aber auch häufiger die Zeit, weil sich die riesigen Steine und die schamanistische Tradition Koreas gut ergänzten: Der Volksglaube hielt die Steine für beseelt. Ihnen wurde die Macht zugeschrieben, Wünsche zu erfüllen. Gleichzeitig gefährdete jeder, der einen Dolmen zerstört, sich selbst und seine Nachfahren. Bis in die jüngste Vergangenheit spielten die Steine in der Volksfrömmigkeit eine Rolle und sie wurden in verschiedene Rituale eingebunden. Schon im späten 19. Jahrhundert wurden die koreanischen Steinsetzungen auch außerhalb des Landes bekannt: Diplomaten und Missionare fühlten sich durch die Gebilde an heimische Hünen- oder Ganggräber erinnert – die Dolmen waren deshalb die ersten archäologischen Denkmäler Koreas, die das Interesse der westlichen Welt erregten.

Beliebte Ausflugsziele

Drei besonders große und interessante Dolmengebiete wurden 2000 in die UNESCO-Liste des Weltkulturerbes aufgenommen: Die Ganghwa-, Gochang- und Hwasun-Dolmenstätten. Von diesen drei gelten die Ganghwa-Dolmen als die ältesten, die Gochang-Dolmen werden auf das 7. Jahrhundert vor Christus datiert, die Hwasun Dolmen gelten als etwas jünger. Alle drei Dolmenstätten sind als touristische Anziehungspunkte erschlossen. Bei den Hwasun Dolmen lässt ein Dolmen-Park die Bronzezeit zu neuem Leben auferstehen und das Ganghwa-Dolmen-Festival lockt jedes Jahr Vorgeschichtsfans an.

Unser Tipp:

Die Ganghwa-Dolmen sind von Seoul aus am einfachsten zu erreichen: Die Busfahrt vom Yeongdeungpo-Bus-Terminal in Seoul nach Ganghwa dauert etwa zwei Stunden. Dort angekommen empfiehlt es sich, ein aussagekräftiges Dolmen-Foto – einige gelungen Exemplare finden Sie auf dieser Seite – parat zu haben. Zeigt man dieses am Busterminal vor, kann man leicht in Erfahrung bringen, welcher Regionalbus in Dolmennähe führt. Im Bus helfender Fahrer oder Mitreisende dabei, die richtige Haltestelle zu finden.

Info:

Mehr über die wichtigsten koreanischen Dolmen-Stätten erfahren Sie im Internet.

 
Dolmen 4


Dolmen Gangwado


Dolmen 2


Dolmen 6


Dolmen 3






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