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44. Jahrgang - Das erste Taekwondomagazin der Welt!

Breaking News: TU NRW e.V. anerkannt

Taekwondo Union NRW e.V.

Neue Größe im Taekwondogeschehen

 Nun ist es amtlich: Mit der Taekwondo Union Nordrhein-Westfalen (TU NRW) gibt es einen zweiten Verband  für Olympisches Taekwondo im einwohnerstärksten Bundesland. Die TU NRW wurde bereits in den Dachverband für Budotechniken NRW – und damit in den Landessportbund – aufgenommen. Sie stellt damit eine echte Alternative zur bekannten Nordrheinwestfälischen Taekwondo Union (NWTU) dar, die bislang mit dem Slogan „Alleiniger Olympischer Taekwondo Fachverband in NRW“ werben konnte. Als logischen nächsten Schritt strebt die TU NRW die Aufnahme in die Deutsche Taekwondo Union (DTU)  an– alle Voraussetzungen dafür erfüllt sie bereits.

Wirft man einen Blick auf die Personalien des „neuen“ Verbands, so fällt auf, dass praktisch alle Positionen mit bekannten Taekwondo-Persönlichkeiten besetzt sind, die früher in der NWTU aktiv waren und die jahrzehntelange Taekwondo-Erfahrung mitbringen. Taekwondo-Insider wissen warum: Wurde doch die NWTU, bis dato größter Landesverband der DTU, im Frühjahr 2016  schwer erschüttert. Zehn Prozent der Mitglieder hatten damals eine außerordentliche Mitgliederversammlung beantragt und durchgeführt, bei welcher der damalige Präsident Antonio Barbarino mit 57 Prozent der Stimmen abgewählt wurde. Sowohl die aggressive Wahlpropaganda im Vorfeld der denkwürdigen Sitzung als auch die tumultartigen Szenen bei der Versammlung selbst blieben nicht ohne Folgen: Der Großteil des damaligen NWTU-Vorstands sowie Teile der Trainerschaft zogen ihre Konsequenzen und traten noch am selben Abend zurück. Auch zahlreiche Vereine waren unglücklich mit der Situation. Sich in einem eigenen Verband neu zu orientieren, lag deshalb nahe.

Wir sprachen mit Dirk Müller und Frank Teich, den beiden Vizepräsidenten der  TU NRW über den neuen Verband und seine Ziele.

TA: Herr Müller, gemeinsam mit zahlreichen Kollegen aus Ihrer Zeit als NWTU-Vizepräsident haben Sie einen neuen Verband gegründet. Dabei sind auch in der NWTU im November Neuwahlen – warum wollten Sie und Ihre Mitstreiter nicht lieber dort kandidieren?

Dirk Müller: Die Ereignisse vom Februar 2016 haben gezeigt, dass sich die NWTU in zwei große Lager gespalten hat, zwischen denen aus meiner Sicht unüberbrückbare Differenzen bestehen. Da würde auch eine Neuwahl, wie immer sie ausgeht, nicht viel ändern. Denn die Gräben zwischen den Lagern bleiben bestehen und Streitigkeiten wären vorprogrammiert. Unsere Erfahrungen haben außerdem gezeigt, dass es da einfach Dinge gibt, die sich mit unserer Vorstellung von einem Verband nicht vereinbaren lassen:  Seilschaften, das Übergewicht von persönlichen vor Verbandsinteressen oder auch Hetzkampagnen, um nur einige zu nennen. Wir möchten unseren Sport in Ruhe und Frieden betreiben und haben uns deshalb entschlossen, gemeinsam einen neuen Weg zu gehen. Unser Ziel ist es erklärtermaßen nicht, der NWTU zu schaden, sondern etwas Neues aufzubauen und produktiv zu arbeiten.

Der sportliche Erfolg im letzten Olympischen Zyklus mit den beiden Weltmeistertiteln von Nicole und Marcus Ketteniß, der ersten deutschen Jugendweltmeisterin Yanna Schneider, dem Kadetten Welt- und Europameister Ranye Drebes und der Olympiaqualifikation von Levent Tuncat markiert mit Sicherheit einen der erfolgreichsten Zyklen die wir vorzuweisen haben. Darauf wollen wir mit den gleichen Mentoren aufbauen.

TA:      Es wird ja immer wieder einmal die Mahnung laut, man solle sich doch mit demokratischen Mitteln innerhalb der vorhandenen Strukturen engagieren – was sagen Sie dazu?

Dirk Müller: Zu einer Demokratie gehört immer auch eine Opposition. Das Problem ist aber, dass es für konträre Meinungen und oppositionelle Positionen in vielen Sportverbänden keinen Platz gibt. Die Vereine und Personen, die sich mit ihren Ansichten in der NWTU nicht mehr heimisch fühlten – und das waren ja nicht wenige – haben nun eine neue Gruppe gebildet, um ihre gemeinsamen Interessen zu vertreten. Ich finde das nicht undemokratisch, im Gegenteil.

TA: Herr Teich, der Werdegang der TU NRW wird in der Taekwondo-Szene aufmerksam verfolgt. Unter anderem soll zwischen der Vereinsgründung und der Eintragung beim Registergericht ungewöhnlich viel Zeit verstrichen sein. War dem so?

Frank Teich: Es gab ein paar Störfaktoren. Zum Beispiel dass die NWTU beim Amtsgericht Siegen ausgiebig Widerspruch gegen unsere Eintragung eingelegt hat. Allerdings erwiesen sich alle vermeintlichen Hinderungsgründe am Ende als nicht stichhaltig und wir wurden am 5. September glücklich ins Vereinsregister eingetragen. Überdies wurden wir am 19. September mit großer Mehrheit in den Dachverband für Budotechniken NRW aufgenommen.

Für das entgegengebrachte Vertrauen bedanke ich mich bei den Budosport-Kollegen ausdrücklich. Damit sind wir automatisch Mitglied im Landessportbund NRW – jetzt kann die TU NRW richtig Fahrt aufnehmen.

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Dirk Müller, der Präsident des Dachverbands für Budotechniken NRW Dr. Axel Gösche und Frank Teich

TA: Warum war die Anerkennung durch den Dachverband so wichtig?

Frank Teich: Wir haben derzeit bereits ein große Zahl an Mitgliedern, denn viele Vereine haben nur auf diesen Moment gewartet. Natürlich haben wir den Anspruch, unseren Mitgliedern alles zu bieten, was ein zukunftsfähiger Verein braucht: Dazu gehören zum Beispiel ein umfassender Sportbetrieb mit einer vernünftigen Turnierstruktur, eine qualitätvolle Prüfungsordnung und Kampfrichter- sowie Trainerausbildungen über den Dachverband.

TA: Herr Müller, was nun allerdings noch fehlt, ist die Aufnahme in die Deutsche Taekwondo Union. Wie sehen Sie Ihre Chancen?

Dirk Müller: Mit der Aufnahme in den Landessportverband erfüllen wir alle Voraussetzungen für die DTU-Mitgliedschaft. Die Entscheidung über unsere Aufnahme liegt nun bei der DTU-Mitgliederversammlung. Wobei es in der Geschichte der DTU bereits einen Präzedenzfall gibt, mit dem Aufnahmeantrag, der versuchten Ablehnung und letztendlichen Aufnahme der TUSW in die DTU. Von daher spricht die Logik für unsere Aufnahme.

TA: Herr Teich, Taekwondo-Vereine in NRW haben nun die Möglichkeit, zwischen zwei Verbänden zu wählen. Wobei die TU NRW – soweit man das nach der kurzen Zeit sagen kann – als eher leistungssportorientiert gilt. Sehen Sie sich auch als neue Heimat für Breitensportler?

Frank Teich: Selbstverständlich. Von unseren Mitgliedern sind 50 bis 60 Leistungssportler, darunter viele Kaderathleten aus NRW. Der Leistungssport ist eine wichtige Säule in jedem Verband – aber die überwiegende Zahl unserer Mitglieder sind Breitensportler. Es ist deshalb ganz klar, dass wir alle Bereiche des Taekwondo abdecken werden. In unserer Satzung haben wir uns neben dem Leistungssport ausdrücklich die Förderung des Breitensports, des Sports für ältere Menschen und des Parataekwondo auf die Fahnen geschrieben. Und damit ist es uns Ernst.

TA: Herzlichen Dank für dieses Gespräch und weiterhin viel Erfolg mit der TU NRW.

logoTU NRW e.V.

Präsidium:
Antonio Barbarino, Präsident
Dirk Müller, Vizepräsident Zweikampf
Engelbert Rotalsky, Vizepräsident Technik
Meinolf Lüttecken, Vizepräsident Breitensport
Frank Teich, Vizepräsident Wirtschaft und Finanzen
Referenten:
Prüfungsreferent:Marcus Ketteniß
Lehrreferent:Walter Farke
Kampfrichterref. Technik: Jin Kun Baek
Kampfrichterreferent VK: Cetin Bozkurt
Formenreferent:Michael Meyer
Sportreferent VK: Björn Pistel
Medienreferent:Mario Faross
Breitensportreferent:Ismet Colak
Jugendreferentin:Rahel Hakim
Stellvertreter Jugend: Mungyo Choi
Kassenprüfer: Andreas Steiner und Karl Schwarz
Vertretung Kassenprüfer: Peter van den Akker
Geschäftsstelle:Nicole Ketteniß

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