Form mit Tiefe
Die Ik-pil Kang Academy 2025 in Sindelfingen

Sein Dojang in Incheon, Südkorea, ist mehr als ein Trainingsort – er ist ein Mekka für Formenläufer:innen aus aller Welt. Zahlreiche Weltmeisterschafts-Medaillengewinner:innen haben sich dort vorbereitet, um nicht nur ihre Technik, sondern vor allem ihre Präsentation auf ein neues Niveau zu heben. Denn wer bei Großmeister Ik-pil Kang trainiert, bekommt keine Standardkorrekturen – sondern tiefe Einblicke in das Wesen der Poomsae. Vom 22. bis 25. April 2025 fand nun bereits zum zweiten Mal die Ik-pil Kang Academy in Sindelfingen statt – und sie wurde einmal mehr ihrem Anspruch gerecht: Poomsae in Tiefe und Klarheit zu vermitteln.

Trotz des herausfordernden Zeitpunkts – direkt im Anschluss an die Poomsae-Europameisterschaft – war die Academy gut besucht. Zwei frischgebackene EM-Medaillengewinner nahmen ebenso teil wie engagierte Trainer:innen, Poomsae-Wettkämpfer:innen und Taekwondo-Enthusiast:innen aus dem In- und Ausland.

Technik trifft Verständnis

„Bei der Ik-pil Kang Academy geht es nicht darum, Bewegungen einfach schöner oder spektakulärer zu machen. Es geht darum, den Sinn hinter jeder Technik zu verstehen“, betont Großmeister Kang. In einer Trainingswelt, die oft vom Wettkampfdruck geprägt ist, klingt das beinahe revolutionär – und gerade deshalb so inspirierend.

„Taekwondo Poomsae sollte nicht rein ästhetisch sein – es sollte die Kampfkunst Taekwondo repräsentieren.“
– Großmeister Ik-pil Kang

Die fünf Tage in Sindelfingen boten genau das: Eine intensive Auseinandersetzung mit Grundprinzipien, Übergängen, Körpermechanik und innerer Haltung. Timing, Atmung, Bewegungsfluss und Ausdruckskraft standen im Mittelpunkt. Die Trainingsblöcke waren fordernd, aber durchdacht aufgebaut – und stets durch theoretische Impulse, persönliche Korrekturen und tiefgründige Reflexionen ergänzt.

„Poomsae ist keine Aneinanderreihung von Einzelbewegungen. Erst wenn Übergänge fließen und Arme und Beine harmonisch zusammenspielen, entsteht wahre Ausdruckskraft.“
– Großmeister Ik-pil Kang

Auch Wettkämpfer profitieren

Wer Poomsae wettkampfmäßig betreibt, ist bei Großmeister Kang keineswegs fehl am Platz – im Gegenteil: Die Academy bietet wertvolle Impulse, um die eigene Präsentation weiterzuentwickeln und zu verfeinern. Gerade die Aspekte Ausdruck, Dynamik, Natürlichkeit und Energiefluss sind entscheidend, wenn es darum geht, eine Form nicht nur korrekt, sondern überzeugend zu laufen.

Kein Wunder also, dass internationale Top-Athlet:innen regelmäßig in seinem koreanischen Dojang trainieren, um sich gezielt auf Weltmeisterschaften vorzubereiten. Der Ort in Incheon hat sich längst zu einem Zentrum für internationale Poomsae-Spitzenleistungen entwickelt.

„Wer nur auf Punktabzüge achtet, wird die Formen nie wirklich verstehen.“
– Großmeister Ik-pil Kang

Stimmen der Teilnehmenden

Für viele war das Seminar ein Wendepunkt – nicht nur im technischen, sondern auch im persönlichen Taekwondo-Weg.

Prof. Dr. Frank Steffen sagte im Rückblick:

„Besonders hilfreich war das Erlernen spezieller Übungsreihen, mit denen sich Elemente wie Atmung, Timing oder Körpereinsatz gezielt und isoliert ansprechen lassen. Die klare Struktur und didaktische Aufbereitung haben die praktische Umsetzung wesentlich erleichtert.
Aufschlussreich war für mich auch zu sehen, wie eng die Techniken in der Poomsae mit deren Ausführungen im Selbstverteidigungsbereich verzahnt sind – und wie sich das in beiden Richtungen nutzen lässt.“

Ramona Juckel formulierte:

„Ich habe mir von dem Seminar ein vertieftes Verständnis von Bewegung und Bewegungsabläufen erhofft – und genau das habe ich auch bekommen.
Die Sensibilisierung des körperlichen Empfindens für Flexibilität, Bewegungsenergie, natürliche Bewegung und Atmung war für mich bedeutsam und wird noch lange nachwirken.
Ich möchte das auch als Trainerin vermitteln – fließender, natürlicher, achtsamer.“

Oliver Schulz brachte es augenzwinkernd auf den Punkt:

„Lehrgang war sehr gut. Fünf Tage Training sind schon sehr anspruchsvoll. Ich glaube, für den normalen Europäer ziemlich fordernd – wenn man nicht gerade Silber auf einer Europameisterschaft holt …“

Ulrich Gengenbach reflektierte:

„Die wesentliche Erkenntnis ist der konsequente Einsatz der muskulären Ketten – elastic energy. Ich lasse diesen Aspekt ins Training einfließen und verwende auch seine verschiedenen Level von Yop-Chagi-Drills.“

Thomas Fechner sagte:

„Ich habe schon Teile aus dem Aufwärmprogramm übernommen und angefangen, die Techniken so beizubringen, wie es im Lehrgang gezeigt wurde.“

Mike Paustian lobte insbesondere den didaktischen Aufbau:

„Mir haben besonders die theoretischen Einheiten und Analysen gefallen. Die Videoanalyse ist sehr spannend – das könnte man künftig weiter ausbauen, vielleicht auch als Alternative zur Prüfung.
Der Anstrengungsgrad war dieses Jahr angenehmer als letztes Jahr – wobei ich persönlich trotzdem an meine körperlichen Grenzen gekommen bin.“

Are Simensen aus Norwegen hob hervor:

„Die biomechanischen Prinzipien hinter den Bewegungen in der Poomsae sind logisch und natürlich. Es war gut zu spüren, dass man richtig liegt – und dass viele aktuelle Änderungen eher wettkampfbedingt sind, nicht körperlich sinnvoll.
Ich werde künftig noch stärker auf Rhythmus, Timing und die Prinzipien der Kraftentwicklung achten – besonders auf den Start und das Einleiten einer Technik.“

Emma Larssen ergänzte:

„Ich habe gelernt, wie man den ganzen Körper auf ein gemeinsames Ziel ausrichtet – um maximale Geschwindigkeit und Kraft zu erzeugen.
Ich werde künftig mehr auf Hüftbewegung und Atmung achten. Die Kicking Drills waren großartig – ich werde sie aktiv im Training einsetzen.“

Grigoria Petropoulou aus Griechenland fasste ihre Erfahrung poetisch zusammen:

„Es war eine einzigartige Erfahrung, die mir neue Denk- und Übungswege eröffnet hat – ein Weg, der mich mein Leben lang begleiten wird.
Für mich ist Weiterentwicklung keine persönliche Sache, sondern eine Verantwortung gegenüber meinen Schülern.“
Wenn Lehre von Herzen kommt, ist Wissen mehr als Technik – es ist eine ansteckende Energie.“

Der Weg zählt – nicht der Sieg

Auch wenn viele der Teilnehmenden im Wettkampfbereich aktiv sind, wurde bei der Ik-pil Kang Academy deutlich: Wahre Entwicklung beginnt nicht mit Medaillen, sondern mit der richtigen Einstellung.

„Turniere sind nicht das Ziel. Turniere sind nur Hilfsmittel, die es dem Sportler ermöglichen, sich weiterzuentwickeln.“
– Großmeister Ik-pil Kang

Wettkämpfe gehören zum Taekwondo – doch Poomsae verlangt eine andere Haltung: weniger taktisch, dafür kompromisslos ehrlich.

„Die größte Herausforderung für den Formenläufer ist nicht der Gegner – sondern er selbst.“

In der Poomsae liegt der Maßstab nicht im Vergleich mit anderen, sondern im ehrlichen Blick nach innen. Es geht darum, sich selbst mit all seinen Stärken und Schwächen zu erkennen – und immer wieder über sich hinauszuwachsen.

„Poomsae ist die Wurzel des Taekwondo. Man kämpft mit sich selbst – da helfen keine Tricks.“

Im Kyorugi sind Taktik und Täuschung Teil des Spiels – das macht den Kampf dynamisch und spannend. Doch Poomsae ist anders: ernster, grundlegender, kompromissloser.
Hier gibt es keinen Gegner, den man überlisten kann – nur sich selbst.

Wer Ik-pil Kang zuhört, spürt: Hier spricht nicht nur ein Techniker, sondern ein Philosoph des Taekwondo. Einer, der Bewegung, Ausdruck und Charakter zu einer Einheit verbindet.

„To know how is skill – to know why is wisdom. Together, they are the heart of poomsae.“

Fortsetzung folgt

Fünf Tage in Sindelfingen haben Spuren hinterlassen – in Körpern, Köpfen und Herzen. Und die gute Nachricht: Die Reise geht weiter.
Die nächste Ik-pil Kang Academy findet vom 7. bis 11. April 2026 wieder in Sindelfingen statt.

Wer Poomsae nicht nur laufen, sondern leben will, sollte sich diesen Termin schon jetzt vormerken.

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