„Wie Taekwondo unser Leben verändert hat.“
„Wie Taekwondo unser Leben verändert hat.“
Der Traum von Olympia
Taekwondo kann Leben verändern – nicht nur das der Sportlerinnen und Sportler selbst, sondern auch das ihrer Familien, Freunde und Wegbegleiter. In unserer Serie „Wie Taekwondo mein/unser Leben veränderte“ berichtet Daniel, wie die Leidenschaft und das außergewöhnliche Talent seiner neunjährigen Tochter Marie das Leben der gesamten Familie auf den Kopf stellte – und warum sie gemeinsam den mutigen Schritt wagten, alles für einen Traum neu auszurichten:
Der Anfang einer Leidenschaft
„Marie ist doch erst neun Jahre alt, die kann doch gar keine solchen Ziele haben!“ Diesen Satz hören wir regelmäßig von Verwandten oder Freunden. Doch sie haben Marie noch nie gesehen, wenn sie ihre große Leidenschaft auslebt. Denn Taekwondo ist für sie – und mittlerweile auch für uns – weit mehr als nur eine Sportart. Taekwondo ist ein Lebensgefühl, ein Begleiter durch den oft mühseligen Alltag. Aber fangen wir lieber ganz von vorne an.
Alles begann, als Marie mit sieben Jahren neugierig fragte, was Hapkido sei – eine Kampfkunst, die ich, ihr Vater, selbst ausübte. In diesem Zusammenhang erwähnte ich beiläufig, dass mein Trainer auch Taekwondo für Kinder anbietet. Während ich ihr diese Sportart erklärte, merkte ich schnell, wie sehr sie das Thema faszinierte. Es dauerte nicht lange, bis wir in der Sporthalle standen und zusahen, wie Marie voller Energie gegen die Pratzen trat.
Natürlich wussten wir schon vorher, dass sie sportlich veranlagt ist. Zu diesem Zeitpunkt betrieb sie bereits Leichtathletik und tanzte mehrmals pro Woche in einer örtlichen Tanzschule. Doch ein solches Leuchten in ihren Augen hatten wir zuvor noch nie gesehen. Taekwondo nahm schnell einen festen Platz in Maries Alltag ein.
Zweimal pro Woche trainierte sie in Ahaus bei Benedikt und Denise, die mit viel Geduld und großem Engagement die Grundlagen vermittelten. Erstaunlich schnell wurden die Techniken auch Teil unseres Familienlebens – Taekwondo war plötzlich allgegenwärtig.
Schlagartig ein klares Ziel vor Augen
Nur wenige Monate nach ihrem ersten Training fanden die Vereinsmeisterschaften statt – und Marie wollte nur noch eines: sich im Wettkampf mit anderen messen. Als dann auch noch die olympischen Taekwondo-Wettkämpfe im Fernsehen übertragen wurden, fasste unsere Tochter einen Entschluss voller Ehrgeiz und Überzeugung: „Ich möchte mit Taekwondo zu Olympia.“
Für uns als Eltern war das ein besonderer Moment. Wir spürten ihre Entschlossenheit und wollten ihr ermöglichen, den Sport noch intensiver kennenzulernen. Gemeinsam besuchten wir eine Landesmeisterschaft – zunächst nur als Zuschauer. Die Atmosphäre, die Dynamik der Kämpfe, die Emotionen: Marie war begeistert.
Kurz darauf äußerte sie den Wunsch, zusätzlich zum Techniktraining gezielt im Wettkampfbereich gefördert zu werden. So wechselte sie nach Lowick, wo Cihan Cavusman ihr Trainer wurde und ihr Potenzial erkannte. Nur ein halbes Jahr später standen wir als Familie vor einer weitreichenden Entscheidung: dem Umzug nach Düsseldorf, damit Marie am Bundesstützpunkt im Sportwerk Düsseldorf trainieren kann.
Uns war bewusst, dass dieser Schritt große Veränderungen mit sich bringen würde. Dennoch entschieden wir uns, unser erst kurz zuvor gekauftes Haus zu verkaufen, Familie und Freunde zurückzulassen und berufliche Sicherheiten aufzugeben. Der Traum unserer Tochter sollte eine echte Chance bekommen.
Der Umzug über 160 Kilometer hinweg war eine enorme Herausforderung. Innerhalb von drei Monaten organisierten wir den Hausverkauf, suchten ein neues Zuhause, regelten sämtliche Formalitäten und strukturierten unser Familienleben komplett neu. Seitdem fahren wir viermal pro Woche zum Training, und wir als Eltern verbringen viele Stunden im Wartebereich des Vereins.
Gemeinsam für ein großes Ziel
Natürlich hatten wir im Vorfeld Zweifel, ob wir diese weitreichende Entscheidung eines Tages bereuen würden. Doch heute können wir sagen: Es war die richtige Entscheidung.
Marie ist mit großer Begeisterung Teil ihres neuen Vereins, trainiert regelmäßig im Sportwerk und schöpft zusätzliche Motivation daraus, mit ihren Vorbildern zu trainieren. Natürlich vermisst sie manchmal ihre alten Freunde, doch wir wurden sowohl im neuen Umfeld als auch im Verein herzlich aufgenommen. Als Ausgleich zum intensiven Training hat sie zudem das Tennisspielen für sich entdeckt.
Neben Training und Schule sanieren wir als Familie unser neues Zuhause und widmen jede freie Minute Maries sportlichem Weg. Wir glauben an ihr Ziel – genauso wie sie selbst und ihre Trainer.
Mehr Sichtbarkeit für Taekwondo
Als Familie möchten wir nicht nur Maries Entwicklung begleiten, sondern auch dazu beitragen, Taekwondo sichtbarer zu machen. Deshalb haben wir gemeinsam mit ihr das Instagram-Profil @Sportfamilie_Rheinland ins Leben gerufen. Dort geben wir Einblicke, möchten inspirieren und zeigen, wie viel Disziplin, Leidenschaft und Arbeit hinter dieser olympischen Sportart stehen.
Taekwondo verdient Aufmerksamkeit – nicht als Randsport, sondern als das, was es ist: eine anspruchsvolle, dynamische und zukunftsorientierte Sportart. Wenn wir mit diesem Social-Media-Profil mehr Bewegung in die Gesellschaft bringen können, gehen wir diesen Weg sehr gerne weiter.
Unser Motto lautet:
„Gemeinsam mehr erreichen – als Familie, als Team, für einen Traum.“






Wie hat Taekwondo euer Leben verändert?
Die Geschichte von Marie und ihrer Familie zeigt, wie sehr Taekwondo ein Leben prägen kann. Aus einer ersten Trainingseinheit entstand ein großer Traum und schließlich sogar der mutige Schritt, als Familie für diesen Traum einen Neuanfang zu wagen.
In unserer Serie „Wie Taekwondo mein/unser Leben veränderte“ möchten wir weitere persönliche Geschichten aus der Taekwondo-Community erzählen.
👉 Wie hat Taekwondo euer Leben verändert?
Wir freuen uns auf eure Erfahrungen, besonderen Momente und Wege, die dieser Sport eröffnet hat.
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