Impulse aus der MUDO Academy
Teil 4: Wachstum auf 500–1.000 Mitglieder

Unser Autor Ji-pyo Lim leitet die größte Taekwondo-Schule Schwedens. Sein Ziel: 10.000 Mitglieder in der nordischen Region – und Taekwondo stärker im gesellschaftlichen Mainstream zu verankern.
In unserer Serie beleuchtet er zentrale Erfolgsfaktoren moderner Taekwondo-Schulen und gibt praxisnahe Impulse aus seiner langjährigen Erfahrung.
In dieser Folge stehen Marketing, Community-Building und Bindungssysteme im Fokus.
Marketing
Es gibt unzählige Möglichkeiten, Marketing zu betreiben – und ebenso viele Möglichkeiten, Geld dafür auszugeben. Mit den sozialen Medien ist Marketing gleichzeitig einfacher und komplexer geworden.
Heute bieten Google, Facebook und Instagram viel Unterstützung für alle, die starten möchten. Dazu kommen unzählige Videos, zum Beispiel auf YouTube. Gleichzeitig ist es aber auch sehr einfach geworden: Man kann Beiträge posten und direkt sehen, ob sie Wirkung zeigen.
Die wichtigste und effektivste Form des Marketings ist jedoch die Mund-zu-Mund-Propaganda. Darauf hat man keinen direkten Einfluss – sie entsteht durch die eigenen Mitglieder, wenn sie die Schule wirklich schätzen.
Externes Marketing ist wichtig, und eine Website ist die Basis. Noch wichtiger ist aber die Qualität der Schule. Seid Ihr freundlich? Haltet Ihr, was Ihr versprecht? Macht Ihr Eure Schüler besser und stärker?
Wenn ja, dann bleiben sie länger – und sie empfehlen Eure Schule weiter.
Bei MUDO kommen etwa 50 % der neuen Mitglieder durch persönliche Empfehlungen, 30 % durch externes Marketing und 20 % durch Veranstaltungen oder Laufkundschaft.
Bindungssystem
Ein gutes Bindungssystem besteht aus mehreren Teilen, die zusammen ein Ganzes ergeben. Jeder einzelne Teil ist wichtig.
Mitgliederbindung ist kein einmaliges Projekt – sie ist tägliche Arbeit. Jeden Tag, jede Woche, jeden Monat, jedes Jahr.
Bei MUDO gewinnen wir jedes Jahr zwischen 700 und 900 neue Mitglieder. Umso wichtiger ist es, dass möglichst viele bleiben.
Entwicklungssystem
Bei MUDO gibt es einen klaren Weg – mit Trainingsstunden und Gürtelfarben bis zum Schwarzgurt.
Gerade am Anfang sind die Schritte bewusst klein. Bei Weiß- und Gelbgurt reichen 10–12 Trainingseinheiten für den nächsten Streifen oder die nächste Farbe. Die Anforderungen sind niedrig, das Training ist spielerisch und macht Spaß.
So sammeln die Schüler früh positive Erfahrungen. Sie spüren, dass sie lernen und sich entwickeln – bevor Langeweile entstehen kann.
Community
Marke ist Identität – und Identität schafft Zugehörigkeit.
Unsere Kleidung trägt unser Logo. Neue Mitglieder bekommen eine kleine Sporttasche mit unserem Namen. Viele sagen uns, dass sie diese Taschen überall sehen – auf der Straße, im Bus oder in der U-Bahn.
Auch unsere Gürtelprüfungen sind wichtig für die Gemeinschaft. Sie sind offen für Eltern, Familie und Freunde.
Viele Eltern und Großeltern bedanken sich danach bei uns – nicht nur für das Training, sondern dafür, dass ihre Kinder sich als Persönlichkeiten entwickeln und Freude haben.
Trainingsstruktur und Curriculum
Unsere Trainingseinheiten sind klar aufgebaut. Jede Stunde hat ein Thema, sodass die Schüler wissen, was sie erwartet.
Gleichzeitig ist das Training auf den jeweiligen Gürtel abgestimmt. Jede Einheit bringt die Schüler einen Schritt näher zur nächsten Prüfung.
Es gibt keine Überraschungen bei Prüfungen. Alle Anforderungen für den nächsten Streifen oder die nächste Farbe sind bekannt.
Das hilft den Schülern, schneller und leichter zu lernen. Und es hilft auch den Eltern – sie wissen, worum es geht, stellen weniger Fragen und können ihre Kinder besser unterstützen.
Mitgliedschafts- und Abrechnungssystem
Die Beiträge sollten zum Niveau der Schule passen. Eine Schule mit vielen Wettkampferfolgen kann höhere Preise verlangen.
Aber auch eine Schule ohne Champions – mit guten Trainern, hoher Qualität und Fokus auf persönliche Entwicklung – sollte sich entsprechend positionieren und höhere Preise verlangen.
Flexible monatliche Zahlungen können möglich sein, sollten aber etwa 20 % höher sein als ein 12-Monats-Vertrag. Der 12-Monats-Vertrag sollte trotzdem monatlich zahlbar sein.
Trainerkompetenz und persönliche Ansprache
Am Ende entscheidet immer der Trainer.
Egal wie gut die Schule aussieht – wenn die Qualität des Trainers nicht stimmt oder der Unterricht zu distanziert ist, wird es nicht funktionieren.
Ein Trainer sollte persönlich sein. Er sollte die Namen der Schüler möglichst schnell lernen.
Und jeder Schüler sollte in jeder Einheit zumindest ein kurzes, persönliches Feedback bekommen.
Erste Schritte
Der erste Schritt ist ein Überblick:
Wie sehen Eure Beiträge und Abrechnungssysteme aus? Gibt es Möglichkeiten, sie anzupassen und verschiedene Vertragsmodelle anzubieten?
Dann geht es um das Training:
Wie persönlich sind Eure Einheiten? Sprecht Ihr die Schüler mit Namen an? Gebt Ihr individuelles Feedback?
Und schließlich das Graduierungssystem:
Gibt es Möglichkeiten für kleinere Zwischenschritte oder zusätzliche Prüfungen innerhalb eines Semesters?
Wenn diese Bereiche klar strukturiert sind und konsequent umgesetzt werden, entsteht Wachstum ganz natürlich.
