43rd year - The first Taekwondo-Magazine in the World!

43. Jahrgang - Das erste Taekwondomagazin der Welt!

Erstes Olympiagold für Elfenbeinküste, keine Medaille für Deutschland

Am 3. Tag der Olympischen Taekwondo-Wettbewerbe griffen die deutschen Starter ins Geschehen ein.

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Rabia Gülec

Rabia Gülec (Damen – 67 kg) hatte einen guten Einstand gegen die Russin Anastasija Baryschnikowa. Die auf Nummer 12 gesetzte Nürnbergerin besiegte die Russin (Setznummer 5) mit 9 : 8. Im Viertelfinale unterlag Rabia der Türkin Nur Tatar. Da Tatar nicht ins Finale vorrückte, musste die Deutsche ihre Hoffnungen auf die Trostrunde begraben.

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Tahir Gülec im Viertelfinale

Auch ihr Bruder Tahir Gülec (Herren – 80 kg) meisterte seinen Auftaktkampf gegen Moises Daniel Hernandez Encarnacio von der Dominikanischen Republik. Im Viertelfinale traf er auf Cheick Sallah Junior Cisse (Elfenbeinküste). Der Afrikameister war an Nummer drei gesetzt und eine der großen afrikanischen Medaillenhoffnungen – ein Ruf dem er alle Ehre machte. Tahir unterlag dem Ivorer. Da dieser aber ins Finale einzog, bekam der Deutsche eine weitere Chance in der Trostrunde. Er stand im ersten Trostrundenmatch dem Polen Piotr Pazinski gegenüber, dem er durch Golden Point unterlag. Tahir hatte zuvor eine 5 : 1 Führung vergeben.

Der dritte deutsche Olympiateilnehmer im Taekwondo, Levent Tuncat (Herren – 58 kg), hatte seinen Start auf Anraten der Ärzte vor Ort absagen müssen. Er hatte sich im Training eine schwere Verletzung am Auge zugezogen, die nicht rechtzeitig ausgeheilt war.

Damit blieb Deutschland im Taekwondo ohne Medaille.

Herren – 80 kg

Gold: Cheick Sallah Junior Cisse (CIV)
Silber: Lutalo Muhammad (GBR)
Bronze: Milad Beigi Harchgani (AZE)

Bronze Oueslati Oussama (TUN)

Gold ging an den Ivorer Cheick Sallah Junior Cisse. Es war die erste Goldmedaille bei olympischen Spielen für das afrikanische Land und die zweite überhaupt (nach einer Silbermedaille im 400-Meter-Lauf von 1984). „Es war nicht ich, es war Gott“, kommentierte Cisse, der sich in Rio auch als Publikumsliebling erwiesen hatte.

Zweiter Finalteilnehmer war der Brite Lutalo Muhammad, der sich bereits als Olympiasieger gefühlt hatte – bis Cisse drei Punkte in der buchstäblich letzten Sekunde und damit die Führung gelang.

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Ohne Medaille blieben eine ganze Reihe bekannter Größen:

Aaron Cook unterliegt Wei-Ting Liu
Aaron Cook unterliegt Wei-Ting Liu

So schied Publikumsliebling Aaron Cook (Setznummer 2) bereits im ersten Kampf spektakulär mit 2 : 14 Punkten gegen den Taiwanesen Wei-Ting Liu (Setznummer 15) aus. Cook ist in der Szene nicht nur für seinen atemberaubenden Kampfstil bekannt, sondern auch, weil er dem britischen Team den Rücken kehrte und heute für Moldawien startet. Grund dafür war die Tatsache, dass er von den Briten nicht für die Olympischen Spiele 2012 nominiert worden war. Diese gaben seinerzeit Lutalo Muhammad den Vorzug – eine Entscheidung die sich als recht weise erwies, nachdem Lutalo 2012 Bronze und nun Silber gewann.

Taekwondolegende Steven Lopez (USA), der zweifache Olympiasieger, fünffache Olympiastarter und mit 37 Jahren älteste Teilnehmer an den Taekwondo-Wettbewerben unterlag im Kampf um Platz 3 dem Tunesier Oussama Oueslati. Obwohl er seine vermutlich letzte große Medaille knapp verpasst hatte, zeigte sich Lopez so, wie er es im Laufe seiner Karriere immer getan hatte: Als großer Sportler. Er habe auf seine vierte Olympiamedaille gehofft, aber er habe mit dem Resultat seinen Frieden gefunden und mit allem, was er erreichet hat, meinte der Amerikaner am Ende des Tages.

Ohne Medaille blieb außerdem der hochfavorisierte Iraner Medhi Khodabakhshi (Setznummer 1). Der Iraner unterlag dem Aseribaidschaner Beigi Harchgani Milad im Viertelfinale – und das nicht irgendwie sondern vorzeitig durch 12-Punkterückstand in der dritten Runde.

Damen – 67 kg

Gold: Hyeri Oh (KOR)
Silber: Haby Niare (FRA)
Bronze: Nur Tatar (TUR)

Bronze: Ruth Marie Christelle Gbagbi (CIV)

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Hyeri Oh holt die zweite Goldmedaille für Korea

Das Finale in der Damenklasse – 67 kg bestritten die Französin Haby Niare und die Koreanerin Hyeri Oh. Die an Nummer 1 gesetzte Niare ging in Runde 1 mit 4 : 0 Punkten in Führung, konnte aber nicht verhindern dass die Koreanerin in dem spannende Match mehr und mehr Land gewann und am Ende mit 13 : 12 Punkten Gold holte. Es war die zweite Goldmedaille im Taekwondo bei diesen Spielen für das Heimatland des Sports.

Haby Niare hatte im Halbfinale die Türkin Nur Tatar besiegt. Die als Nummer 4 gesetzte Tatar nutzte ihre Chance in der Trostrunde und holte Bronze im Kampf gegen die Taiwanesin Chia-Chia Chuang (Setznummer 3) – die einzige Taekwondo-Medaille für die Türkei bei diesen Spielen.3nd-Session19.08.2016-71

Fotos: World Taekwondo Federation

 

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