42nd year - The first Taekwondo-Magazine in the World!

42. Jahrgang - Das erste Taekwondomagazin der Welt!

K-Beauty

Nicht Kanada-Beauty! Korea-Beauty!

Von Ji-Eun Lee

Wer sich für Korea oder Kosmetik interessiert, hat schon von K-Beauty gehört. Wenn Sie noch nicht von K-Beauty gehört haben, dann möchte ich Sie fragen. “Wo waren Sie!?“

K-Beauty ist ein südkoreanischer Schönheitstrend, der mit tollen Produktqualitäten und Ideen überzeugt. Man bezeichnet (süd)koreanische Kosmetik als „K-Beauty“ wie K-Pop und K-Drama.

Als erstes typisch koreanisches Kosmetikprodukt wurde die BB Creme entwickelt. BB bedeutet „Blemish Balm“ oder auch „Beauty Balm“. Die BB Creme ist ein Multifunktions-Item, weil man sie als Feuchtigkeitspflege, leichtes Make-up (Grundierung) und Sonnenblocker einsetzen kann. BB Creme ist heute ein internationaler Verkaufsschlager, aber tatsächlich wurde sie schon in den 1960ern entwickelt und zwar speziell für Patienten, die ihre Haut nach Laserbehandlungen oder einer Operation schützen sollten. Bereits 1985 wurde die BB Creme in Südkorea als Hautcreme eingeführt und als wahres Multitalent gefeiert. Mittlerweile bringen einige große internationale Kosmetikmarken BB Creme in westliche Länder, und auch auf dem deutschen Markt ist das Allroundprodukt ein Erfolg.

Frauen aus vielen Ländern interessieren sich heute für K-Beauty, besonders in China und Südostasien, aber auch im „Westen“, insbesondere in den USA. K-Beauty ist für amerikanische Frauen ein frisches Thema und K-Beauty ist im Modebereich ein echtes Schlüsselwort geworden. Lisa Eldridge, die als Beauty-Youtuberin und Make-Up-Artist enormen Einfluss hat, besuchte eigens Südkorea, um dort Kosmetik-Produkte einzukaufen.

Was hat die Frauen verrückt gemacht!?

Es gibt viele verschiedene Gründe. Koreanische Frauen legen mehr Wert auf die Hautpflege als auf Make-up. Im  Unterschied zu anderen Ländern wird die Hautpflege-Routine bei koreanischen Produkten vielfach unterteil, zum Beispiel in Reinigungsöl – Reinigungsschaum – Peeling Gel –Toner – Essence – Serum – Augencreme – Moisture Emulsion – Gesichtcreme usw.

Die koreanische traditionelle Kosmetik basiertauf Pflanzen sowie Kräutern. Das wurde von Generation
zu Generation weitergereicht und auch heute legen Koreanerinnen Wert auf Schönheitspflege mit Bestandteilen aus der Natur.

Auch die Produktqualität ist prima, zudem ist der Preis günstig. Dazu kommen luxuriöse, auffällige Verpackungen, die gerade chinesische Kundinnen lieben. Die Markenvielfalt ist unendlich und die bekanntesten Marken sind Missha, It’s Skin, Etude House, Nature Republic, Skin Food, Sulwhasoo, The Face Shop und Tony Moly. Jede Marke hat eine ganz eigene Firmenphilosophie, aber viele Marken möchten ihre Top-Qualtitäts-Produkte zum kleinen Preis verkaufen und so viele Kundinnen glücklich machen.

 

K-Beauty in Deutschland

Lange Zeit konnten deutsche Kundinnen K-Beauty nur über Amazon, E-Bay oder teure Onlineshops aus dem Ausland beziehen. Mittlerweile gibt es koreanische Kosmetika aber in deutschen Fachgeschäften und in zahlreichen deutschen Onlineshops. Die Marke Missha betreibt ihren eigenen „offiziellen Deutschland-Shop“ unter http://shop.missha-deutschland.de/ Dazu kommen Onlineshops, die sich auf K-Beauty spezialisiert haben wie MiiN Korean Cosmetics (https://www.miin-cosmetics.com/) oder Love My Cosmetic (http://www.lovemycosmetic.de/). Wer also die die koreanisch Hautpflegeroutine ausprobieren möchten, kann das heute ganz einfach über einen deutschen Onlineshop machen. So bietet zum Beispiel „See my Skin“ (https://www.seemyskin.de/), der offizielle Distributor der koreanischen Marke It’s Skin in Deutschalnd ein „10-Step Korean Skincare Routine Set“ für normale, trockene Haut und Mischhaut an. Viel Spaß beim Ausprobieren!

Wussten Sie schon?

Während die koreanische Exportindustrie insgesamt ins Stottern geraten ist, erweisen sich Kosmetika immer mehr als Exportmotor: Kosmetikprodukte im Wert von einer Milliarde Dollar wurden 2015 allein nach China exportiert. Aber auch der europäische Markt verzeichnet rasante Zuwächse: So stiegen die Exporte nach Frankreich – ausgerechnet in die Hochburg bekannter europäischer Schönheitsmarken – um fast 150 Prozent.

Auch für Touristen in Korea gehören Pflegeprodukte zu den begehrtesten Souvenirs. So kaufen 95 Prozent aller chinesischen Gäste Kosmetika. Und seit westliche Beauty-Bloggerinnen wie Lisa Eldridge über ihre Einkaufstouren in koreanischen Großstädten berichten, und es bei Youtube zahllose englischsprachige Anleitungen für die Verwendung koreanischer Produkte gibt, wird K-Beauty auch bei Touristinnen aus Übersee immer beliebter.

Kosmetik und Mode prägen das Bild Koreas im Ausland immer stärker: Das koreanische Ministerium für Kultur, Sport und Tourismus befragte dazu 6.500 Menschen in 14 Ländern. 46 Prozent der Teilnehmer nannten die koreanische Küche als beliebtestes Kulturgut, 38 Prozent K-Pop und beachtliche 35 Prozent Mode und Kosmetik. Taekwondo schaffte es nicht in die Spitzengruppe der einflussreichen Kulturgüter. In dieser Hinsicht beruhigend: die Popkultur gilt als wankelmütig. 59 Prozent der Befragten vermuteten, dass die Korea-Popkultur-Welle nach etwa vier Jahren abflauen wird – Taekwondo kann da doch zumindest mit Langlebigkeit punkten.