Mike McKenzies Kolumne

Dutch Open 2023: Ein Taekwondo-Tagebuch

Zur Person: Mike McKenzie

Michael McKenzie leitet einen der erfolgreichsten Clubs in Großbritannien. Er war (unter anderem) 2012 Sport-Manager für Taekwondo bei den Olympischen Spielen in London und Vizepräsident von British Taekwondo. Seine langjährigen und vielseitigen Erfahrungen bringt er immer als Kommentator bei Taekwondo-Events zum Einsatz.

Im Laufe der Jahre habe ich die Dutch Open in jeder Funktion besucht. In letzter Zeit war ich vor allem als Trainer dort. Obwohl es eine der ersten Veranstaltungen ist, die wir in den Kalender aufnehmen, ist sie nicht ohne Herausforderungen.

Am Mittwoch vor dem Turnierwochenende rief mich der Turnierdirektor Rakesh Gajadar an und fragte, ob ich eine Präsentation anlässlich des 50-jährigen Jubiläums machen könnte. Ich habe sehr gerne zugesagt und empfand es als große Ehre. Ich hatte allerdings nur Handgepäck gebucht, so dass ich meinen Anzug, mein Hemd, meine Schuhe und meine Krawatte eilig in meine Tasche packte.

Der Winter in Großbritannien war recht mild, aber für die Woche der Dutch Open waren wieder einmal schwere Winterbedingungen vorhergesagt. Aufgrund der günstigen Flugtickets reisten einige meiner Teammitglieder von Manchester und einige von London Stansted aus an. Am Montag und Dienstag war das Wetter mild und wir waren froh, dass sich die Meteorologen wieder einmal geirrt zu haben schienen, doch dann kam der Mittwoch und mit ihm der Schnee…

Quest Taekwondo liegt im Peak District, einem sehr schönen Teil des Landes, aber hoch über dem Meeresspiegel, wo Schnee wahrscheinlich ist. Außerdem liegt es in einem Tal, was den Aufstieg auf die Hügel in einem Land, das für schlechte Wetterbedingungen kaum gerüstet ist, ziemlich schwierig macht.

Am Morgen des Fluges, nach 36 Stunden Dauerschnee, machte ich mich auf den Weg, um vier Kilometer zum Haus meiner Schüler zu laufen, die ein besseres Auto hatten, um zum Flughafen zu fahren. Die örtlichen Straßen waren gesperrt, und wir hatten eine sehr nervöse Reise nach Manchester.  Wir schafften es, und als wir am Flughafen ankamen, lag erstaunlicherweise überhaupt kein Schnee.

Ich setzte mich mit meinem Team in Verbindung, um zu sehen, wie ihre Anreisen verlaufen waren. Taekwondo-Sportler können manchmal dumme Dinge tun, und Quest hat mehr als genug von dieser Art von Sportlern! Einer hatte seine Füße auf das Armaturenbrett gelegt, weil sein Vater einen Zwischenstopp bei der Tankstelle machte. Das bekam der Windschutzscheibe nicht und sie zersplitterte.

Ich war deshalb froh, dass das gesamte Team seine Flüge geschafft hatte. Wir trafen uns zum Wiegen im Van Der Valk Hotel und ich war zufrieden, dass alle ihr Gewicht bequem geschafft haben. Das Van Der Valk ist ein großartiges Hotel mit großartigem Essen und das Quest-Team war sehr glücklich darüber. Jeder Trainer oder Elternteil wird wissen, wie es ist, nach einem erfolgreichen Wiege eine Mahlzeit zu haben.

Quest Taekwondo hat die Regel, dass alle Athleten unter 18 Jahren von einem Erwachsenen begleitet werden müssen. Dies erhöht zwar die Kosten, ist aber im Hinblick best pratice und die Sicherheit sehr beruhigend. Die Kameradschaft zwischen den Eltern ist ganz ähnlich wie die der Sportler.

Normalerweise verbringe ich Zeit mit dem Team, aber die Dutch Open sind eine Gelegenheit, die „Taekwondo-Familie“ zu treffen. Für einige der Eltern war es das dritte Mal, dass sie in die Niederlande reisten, so dass sie ohne meine Begleitung auskommen konnten.

Am ersten Wettkampftag wurde mein einziger Senior-Athlet zum Random-Wiegen gerufen. Das war kein Problem für uns und gab mir die Gelegenheit, Kwons ersten Verkauf der Veranstaltung zu machen, da ich vergessen hatte, Trainingsschuhe einzupacken, da ich die andere Kleidung mitbringen musste.

Ich kam mit Aaliyah Powell ins Gespräch, die Großbritannien vertrat, und sie machte sich über mich lustig, als ich später am Tag eine Rede hielt. Aaliyah hat als Juniorin für Quest zwei Goldmedaillen bei den Dutch Open gewonnen. In diesem Jahr musste sie sich in der Seniorenklasse bis 62 kg mit Bronze begnügen, zeigte dabei aber einige beeindruckende Leistungen.

Ryder Craven-Smith startete in seinem ersten internationalen Wettkampf als Senior. Letztes Jahr hatte er als Junior in den Niederlanden Gold gewonnen. Leider wurde er gegen die Nummer zwei der Welt aus Burkina Faso ausgelost, aber er zeigte trotzdem eine gute Leistung, und es war ein großer Schritt nach vorn.

Die anderen Quest-Sportler waren Junioren und Kadetten. Ich war sehr stolz auf ihre Leistungen, aber leider gab es dieses Jahr keine Medaillen. Viel wichtiger sind die Lebenserfahrungen und die Abenteuer, die uns diese Veranstaltungen bescheren. Erinnerungen und Freundschaften zu knüpfen und Zeit mit Freunden und Familie zu verbringen, ist der Vorteil, den wir manchmal übersehen. Taekwondo ist mehr als nur ein Wettkampf.