Mike McKenzies Kolumne

Wie die Zeit vergeht

Zur Person: Mike McKenzie

Michael McKenzie leitet einen der erfolgreichsten Clubs in Großbritannien. Er war (unter anderem) 2012 Sport-Manager für Taekwondo bei den Olympischen Spielen in London und Vizepräsident von British Taekwondo. Seine langjährigen und vielseitigen Erfahrungen bringt er immer als Kommentator bei Taekwondo-Events zum Einsatz.

Vor Kurzem war ich auf einer Party zum fünfzigsten Geburtstag. Es war für einen meiner ehemaligen Schüler, Scott Coullie, der jetzt den 7. Dan trägt. Er begann mit dem Training bei mir in seinen frühen Teenagerjahren. Später wurde er Vollzeit-Trainer und leitet eine erfolgreiche Schule in Rotherham.

Viele Schüler kommen und gehen im Laufe der Jahre. Scott ist da eher die Ausnahme. Aber als Taekwondo-Lehrer berühren wir die Existenz vieler Menschen und hinterlassen hoffentlich einen positiven Eindruck, ob diese nun Wochen, Monate oder Jahre mit uns trainieren.

Wenn man ein Leben lang mit Taekwondo zu tun hat, merkt man nicht immer, dass man die Schüler direkt vor seinen Augen aufwachsen sieht. Was Dir wie eine recht kurze Zeit erscheint, ist in Wirklichkeit ein großer Teil ihres Lebens. Die wohl größte Taekwondo-Erfahrung in meinem Leben war die Tätigkeit als Sportmanager bei den Olympischen Spielen in London 2012. Jeder, der diese Kolumne regelmäßig liest, weiß, dass ich mich häufig darauf beziehe. Allerdings waren die meisten meiner jetzigen Schüler 2012 noch nicht einmal geboren, und viele der anderen waren zu jung, um sich daran zu erinnern.

Seit London 2012 habe ich für die WT(F) ETU, British Taekwondo und GB Taekwondo in verschiedenen Funktionen und als Vorstandsmitglied gearbeitet, aber in erster Linie bin ich Vereinsausbilder und Trainer gewesen. Im Oktober 2012 habe ich wieder angefangen, Taekwondo zu unterrichten. Fünf Jahre später habe ich ein Vollzeit-Taekwondo-Zentrum eröffnet. Quest Taekwondo-Kurse begannen 1988 und wurden während meiner Zeit in London fortgesetzt. Als ich zurückkam, fand ich eine feste Gruppe von Schülern und Lehrern vor, die den Unterricht aufrechterhalten hatten.

Auf der Grundlage meiner Erfahrung und meines besseren Verständnisses des Spitzensports war ich in der Lage, einer Gruppe junger Menschen einen Weg zur Leistung aufzuzeigen, auf dem sie beispiellose Erfolge erzielten, während sie gleichzeitig zu jungen Erwachsenen heranwuchsen, auf die ich sehr stolz bin und die ich sehr schätze.

Jake Barnett begann 2005 im Alter von sieben Jahren in einem meiner Satellitenclubs zu trainieren. Er wollte unbedingt an Wettkämpfen teilnehmen und ich übernahm sein Training, als er sich auf das Internationalen Kinderturnier in Sindelfingen vorbereitete. In seinem ersten Seniorenjahr gewann er den Park Pokal. Jake wechselte 2017 in das Nationale Trainingszentrum von Großbritannien und blieb dort zwei Jahre lang. Er vertrat GB bei den Junioren-Europameisterschaften, den World University Championships, den U21-Europameisterschaften und gewann die EUSA Games.

Harriet Akeroyd vertrat Großbritannien bei den Junioren-Europameisterschaften, den World University Games und den U21-Europameisterschaften. Sie hat einen Abschluss in Ernährung an der Leeds Beckett University gemacht und berät nun die nächste Generation von Sportlern.

Das Training von Harriet und Jake inspirierte die nächste Gruppe, die aus Alex und Ellie Foster, Daniel Moody und Luke Jones bestand und der sich Aaliyah Powell, Caden Cunningham und Charlotte Simpson anschlossen. Diese Gruppe war nicht die einzige Gruppe, die im Quest-Team trainierte, aber sie ragte als die postolympische Gruppe heraus, die sich zu äußerst erfolgreichen Taekwondo-Sportlern entwickelte.

In Großbritannien trainieren Athleten, die es in das GB-Seniorenteam schaffen, fast immer Vollzeit im GB-Trainingszentrum in Manchester. Aus diesem Grund ist ein Erfolg im Verein nur bis zur U21- oder Juniorenstufe möglich. Diese Gruppe begann als Kadetten und entwickelte sich von dort aus.

Daniel Moody nahm an internationalen Wettkämpfen teil und war, obwohl er Großbritannien nie vertrat, das Rückgrat der Mannschaft. Er war unglaublich geschickt, aber immer ein rücksichtsvoller Sparringspartner. Er war zweimal GB National Champion und wurde später Quest Coach und Mentor.

Luke Jones erster internationaler Erfolg war der Gewinn von Gold beim der Internationalen Kinderturnier. Danach vertrat er Großbritannien zweimal bei den U21-Europameisterschaften.

Charlotte Simpson wurde britische Meisterin, gewann den President’ s Cup und vertrat Großbritannien auf Kadettenebene.

Ellie Foster gewann Silber bei den Belgium Open und wurde britische Meisterin. Als sie nach Liverpool zog, assistierte sie bei Quest Liverpool im Coaching. Heute arbeitet sie in der Rechtsabteilung.

Alex Foster gewann als Kadett und Junior Silbermedaillen bei Europameisterschaften. Er ist eine von nur wenigen, die dies erreicht haben. Alex entschied sich, nicht in die GB-Akademie einzutreten. Stattdessen hörte er auf, an Wettkämpfen teilzunehmen, und ging an die Universität, um Ingenieurwesen zu studieren.

Die nächsten beiden Sportler sind Ihnen wahrscheinlich eher bekannt. Aaliyah Powell gewann die Junioren-Weltmeisterschaften. Im darauffolgenden Jahr nahm sie als 16-Jährige an den Weltmeisterschaften in Manchester teil, während sie ihre Schulprüfungen ablegte. Sie gewann die Bronzemedaille und wurde die jüngste WM-Medaillengewinnerin der Senioren, die Großbritannien je hatte. Bei den Weltmeisterschaften im letzten Jahr holte sie erneut Bronze.

Caden Cunningham vertrat GB bei den Kadetten und Junioren und jetzt bei den Senioren. Er holt jetzt Medaillen beim Grand Prix und ist einer der aufregendsten Taekwondo-Athleten der Welt.

Ebenso wichtig wie ihre Erfolge sind die Menschen, die sie geworden sind. Alle von ihnen sind höfliche, intelligente, gut erzogene und bescheidene Menschen. Von kleinen Kindern sind sie in einem Wimpernschlag zu jungen, inspirierenden Erwachsenen geworden, und ich bin unglaublich stolz darauf, dass ich einen Teil ihrer Reise miterleben durfte.

Jetzt haben sie ihren Abschluss gemacht und sind weitergezogen, aber sie stehen immer noch in regelmäßigem Kontakt mit mir, und darüber bin ich sehr glücklich. Jetzt coache ich die nächste Generation und sogar die übernächste, die nach den Olympischen Spielen in Rio geboren wurde!